Frisch gezapftes Glückspils für alle -wie fühlt sich Dankbarkeit an??

Ihr lieben Wolkengucker!!

Diese Woche war die erste in meinem neuen Sicherheitsjob in der Charité Berlin. Und ich kann euch sagen: Mannomann, ich bin geschafft.

Und irre dankbar.

Nicht für die Tätigkeit an sich (ne ne, wo denkt ihr denn hin!?).

Ich begegne momentan jeden Tag Menschen, die todkrank sind. Sie haben Krebs. Und viele von ihnen waren dieses Jahr häufiger auf der Onkologiestation als zu Hause.

Jeden Tag schaue ich sie an und mein Herz sticht vor lauter Mitleid.

Ich kenne viele Menschen, die häufig Sätze sagen, wie: “Ach, ich will mich ja nicht beschweren, anderen geht es ja viel schlechter” (…dann beschweren sie sich trotzdem über alles und jeden).

Oder der Satz: “Ach Hauptsache man ist gesund, der arme soundso hat ja wieder dasunddas” (… dann denken sie aber lieber an sich, als Menschen in Not zu helfen).

Beide Sätze haben für mich bisher noch nie einen Sinn ergeben. Wieso soll ich mich denn bitte besser fühlen, wenn es anderen schlecht geht?!

Diese Woche war das anders. Nicht, weil ich mein Mitgefühl verloren habe (ne ne, wo denkt ihr denn hin?!).

Sondern, weil sich neben dieses Mitgefühl eine tiefe Dankbarkeit in mein Herz setzte.

Ich war dankbar für den Luxus, mich über kleine Alltagsdinge zu beschweren. Sachen auch mal richtig ätzend zu finden und abundzu so richtig schwarz zu sehen.

Denn eins habe ich gelernt: Menschen, die sich ihrer Endlichkeit jeden Tag bewusst sind, beschweren sich nicht mehr. Im Gegenteil. Sie strahlen eine Gelassenheit und Lebensfreude aus, von der ich mir jeden Tag zwei Scheiben abschneiden könnte.

Und JA- es darf gerne ein bisschen mehr sein 😉

Hier fünf kleine Dinge, für die ich aktuell jeden Tag dankbar bin ->

 

Lilia’s Checkliste “Frisch gezapftes Glückspils”:

1. Meine spottbillige (aber schöne!) Wohnung in Berlin Mitte -> weil sie mir den Luxus erlaubt zu Seelentöter- Jobs ‘Nein’ zu sagen!

2. Ein Kuss vor drei Jahren von einem ganz besonderen Mann -> weil ich vorher im Alltagskoma war, und er mich wach geküsst hat!

3. Meine Berufung als Schreiberling -> weil Ziele zu haben, meiner Zukunft einen Sinn gibt!

4. Meine Eltern, die mir immer noch Taschengeld zustecken -> weil sie wissen, dass ich chronisch pleite bin und zu stolz bin, um das zuzugeben!

5. ÜBER 5.000 BESUCHER in 5 Monaten auf meinem Blog -> weil jeder Einzelne mich 5.000 x glücklich macht ! VIELEN VIELEN DANK!!!

 

Die großen Dinge im Leben (= Liebe & wahre Freundschaft) habe ich hier in Berlin leider noch nicht gefunden. Das macht es mir oft schwer im Alltag dankbar zu sein.

Denn Einsamkeit ist verdammt gut bewaffnet und bringt wankelmütige Dankbarkeit schnell zur Strecke.

Vorhin habe ich gelesen, dass die Charité vor 300 Jahren als Pesthaus gegründet wurde. Heute gilt sie als eine der größten Kliniken Europas.

Das macht mir Mut. Jeder fängt anscheinend mal klein an 😉

 

Dankbar sein ist sexy & fühlen macht frei,

Eure L*

 

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Wer den Pfennig nicht ehrt- Ist des Talers nicht wert

Weises Sprichwort

 

Lilia Wolke

Lilia Wolke ist eigentlich ganz schön seriös & hat jahrelang als gelernte Arzthelferin und studierte Diplom Medizinökonomin im öffentlichen Dienst von Gesundheitseinrichtungen gearbeitet. Dann wurde Lilia 30 und unglücklich. Sie ertrug ihr leeres Leben nicht mehr. Also beschloss sie ihre Sicherheiten aufzugeben, löste ihren Bausparer auf und zog nach Berlin. Sie schrieb ein Buch über ihre Auszeit und träumt davon, es eines Tages gedruckt in ihren Händen zu halten. Vor Kurzem wurde Wolke dann tatsächlich an der Berliner Journalistenschule angenommen und arbeitet gerade fleißig daran, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Lilia lebt jetzt seit zwei Jahren als Journalismusstudentin in Berlin, frei nach ihrem Motto: Ich bin verrückt - und das ist auch gut so !!

6 opinions on “Frisch gezapftes Glückspils für alle -wie fühlt sich Dankbarkeit an??”

  1. Hallo Lilia,

    du schaffst es sogar, wenn es dir eigentlich schlecht geht, anderen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ich finde, dass ist eine tolle Eigenschaft, da können Freundschaft und Liebe nicht mehr lange auf sich warten lassen. Wäre Berlin nicht so weit weg, würde ich dich prompt besuchen kommen, damit du nicht mehr so einsam bist. Du hast auf jeden Fall vollkommen recht, es hilft nicht über das zu klagen, was man nicht hat. Viel zu selten sind wir dankbar für das, was wir haben, erleben durften und wen wir für unser Seelenwohl um uns haben dürfen.

    Wünsche dir weiterhin eine gute Zeit.
    Ganz liebe Grüße, Silke

    1. Liebe Silke- tatsächlich ist Einsamkeit ein Teil meines Charakters und ich fühle mich nur ganz selten wirklich schlecht damit. Aber ich freue mich natürlich trotzdem jederzeit über deinen Besuch 😉 Schön, dass du Dankbarkeit genauso empfindest! Und dass ich dich zum Lächeln bringen konnte.. Das ist das schönste überhaupt! Kuss L*

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