Politisch perfekte Herzen -wie fühlt sich Fehler machen an??

myway

Ihr lieben Wolkengucker!!

 

“Du machst einen riesigen Fehler”.

Diesen Satz hörte ich heute, vor genau zwei Jahren, von meinen Eltern. Ich hatte gerade meine Wohnung gekündigt, aber ansonsten hatte ich nichts.

Keine neue Wohnung, keinen neuen Job und keinen wirklichen Plan. Und welche Eltern träumen nicht von einem solchen Traumszenario?!

Aber auch für mich war es alles andere als leicht, zu gehen. Unter Tränen kündigte ich meiner Chefin meinen unbefristeten Vertrag im öffentlichen Dienst, unter Tränen sagte ich Freunden Lebewohl, die ich schon seit der Grundschule kannte. Und unter Wut verließ ich eine Lebensphilosophie, von der ich unbedingt weg wollte.

Ich kann sie in einem Wort zusammenfassen: Abfinden.

Es heißt, irgendwann wird man zur Schnittmenge der Menschen, mit denen man sich umgibt. Und auch ich war zu einer seltsamen Schnittmenge geworden. Eine von denen, die sich mit weniger abfanden, als sie sich im Herzen wünschten.

Und mein Grund war ganz simpel: Angst. Angst zu versagen. Angst, nicht gut genug zu sein. Angst, Fehler zu machen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich schon als kleines Kind speicherte: Null Fehler machen, ist etwas sehr, sehr Gutes. Null Fehler im Diktat bedeuten:  Du bist eine brave Schülerin. Null Fehler beim Klavier spielen bedeuten: Du hast brav geübt. Und null Fehler zu Hause bedeuten: Du bist ein guter Mensch.

Heute zwei Jahre nach meinem wahnsinnigen Kündigungskamikaze, kann ich meine Fehler der letzten zwei Jahre kaum noch zählen. Und ich liebe jeden einzelnen davon. Denn jeder Fehler ist nach kurzer Zeit zu einer spannenden, lustigen oder traurigen Geschichte geworden, die ich Euch erzählen kann. Und später vielleicht sogar mal meinen Kindern.

Es sind Geschichten von falschen Jobs, kaltherzigen Chefs, nervigen Menschen und rabenschwarzen Tagen. Geschichten von gebrochenen Herzen, zehrender Einsamkeit und der Suche nach dem Licht am Ende des Tunnels.

Und sie alle werden mit der selben Moral enden. Mit erhobenem Zeigefinger und einem klitzekleinen Lächeln im Gesicht, werde ich zu ihnen sagen: Macht Fehler, liebe Kinder. Und dann macht wundervolle Geschichten daraus!

Hier fünf wolkengeprüfte Fehler, die Du unbedingt einmal im Leben gemacht haben solltest ->

 

Lilia’s Checkliste “Politisch nicht perfekt”:

1. Ziehe mindestens einmal im Leben völlig sinnlos in die falsche Stadt!

2. Küsse mindestens (!!!) einmal im Leben den falschen Frosch!

3. Kündige Oopsmindestens einmal im Leben deinen Job, ohne zu wissen, was danach kommt!

4. Buche mindestens einmal im Leben spontan einen Urlaub nur für dich und hab tierisch Angst davor!

5. Öffne mindestens einmal im Leben den falschen Menschen dein Herz!

 

An dieser Stelle würde ich gerne so tolle Dinge schreiben, wie: Und dann, ja dann war ich geheilt. Und habe diese Fehler einfach nie wieder gemacht.

Oder: Und nach zwei Jahren Fehler machen, bin ich endlich bei mir selbst und im Leben angekommen. Und zwar sowas von, das kannst Du Dir gar nicht vorstellen.

Aber tief im Herzen werde ich immer das kleine, neugierige Kind mit der heißen Herdplatte bleiben. Denn brennende Herzen werden niemal schwarz.

 

Fehler sind sexy & fühlen macht frei,

Eure L*

Dumm ist der – Der Dummes tut

Forrest Guuuump

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Lilia Wolke

Lilia Wolke ist eigentlich ganz schön seriös & hat jahrelang als gelernte Arzthelferin und studierte Diplom Medizinökonomin im öffentlichen Dienst von Gesundheitseinrichtungen gearbeitet. Dann wurde Lilia 30 und entdeckte ihre Lust am Schreiben. Also beschloss sie ihre Sicherheiten aufzugeben, löste ihren Bausparer auf und zog nach Berlin um dort ihr Glück mit Worten zu versuchen. Gerade hat sie ihr Buch über die Liebe fertig geschrieben und träumt tief in sich drin davon, es eines Tages in ihren Händen zu halten. ...aber Pssst <3

15 opinions on “Politisch perfekte Herzen -wie fühlt sich Fehler machen an??”

  1. Das hast du aber schön geschrieben =)
    Ahh ich kann das alles sehr gut nachvollziehen und ziehe da vor dir und deinen Mut des Herzens meinen inneren Hut! Abundwann werde ich auch daran denken und mir ein Beispiel nehmen. Danke! Haha das mit in eine andere Stadt gehen habe ich gemacht. Der Anfang war cher, dann war es toll:) Freunde und meine Familie hinter mir gelassen auch! Daran arbeite ich abundwann noch und lerne das die Bahn ein guter Freund sein kann:D ein teurer Freund! Mit den Job, ja daran arbeite ich:D Es wird wohl ein langer Weg, damit es sich lohnt. Daran glaube ich =)! Lass dich nicht unterkriegen und denke daran: “Ein Ende ist immer ein Neuanfang!” So so =)

    1. Oh vielen Dank für deine Fehler mit mir teilen!! Und fürs mir Mut machen!! Musste über deinen teuren Freund, die Bahn, echt lachen! Hoffe, es ist auch ein treuer Freund… 😉 Respekt vor deinen ‘Wahnsinnsfehlern’ ! Und dein durchhalten!
      Beruflich finde ich das gerade am schwersten. Aber das ist ja bekanntlich aller Anfang ☺ Wir schaffen das. Chakalaka. Kuss L*

  2. Liebe Lilia, ich musste schmunzeln beim lesen…da kann ich mithalten und deine Checkliste abhaken. Und reingarnichts von all meinen Verrücktheiten möchte ich missen. Lieber ein wirrer, bunter Lebensweg und so wie du schreibst: viel zu erzählen. Bewahre dir dein Kind im Herzen! Lieber Gruss Erika

  3. Oh wie wunderschön, das werde ich gleich teilen.

    Bis auf Punkt 4 habe ich alle Fehler schon begangen…

    “Abfinden” ein besseres Wort dafür gibt es nicht.

    DANKE für diese wunderbaren Zeilen.

  4. Hat dies auf Münchner Muse rebloggt und kommentierte:
    Ein wunderbarer Text, welcher mir aus tiefstem Herzen spricht. Nur würde ich es nicht unbedingt Fehler, als viel mehr “(Sehn)Sucht nach Leben” nennen.

    Die “Fehler” habe ich bereits begangen:
    1) Toscolano Maderno
    2) In der Jugend passiert.
    3) Ständig, gerade wieder.
    4) Kommt noch.
    5) Mehr als einmal. Ich kann so gutgläubig sein…

  5. Hallo Lilia,

    zu den Punkten 2 und 5 könnte ich selbst auch so einige Geschichten schreiben, bis ich den Liebsten vor 4 Jahren traf habe ich diese Fehler regelmäßig gemacht. Ihn habe ich dann fast so lange aus meinem Herzen ausgeschlossen, bis es zu spät war, weil ich ja unbedingt aus meinen Fehlern lernen wollte. So wie es mir meine Eltern beigebracht haben. Da der Liebste im Vergleich zu mir unglaublich viel Geduld hat, sind wir schließlich doch zusammen gekommen. Den Fehler unter Punkt 1 habe ich nur aus finanziellen Aspekten begangen, bin aber in der Region und damit bei Freunden und Familie geblieben. Für Punkt 3 habe ich ein zu großes Sicherheitsbedürfnis, es ist aber nicht so, dass mir diese Gedanken nicht auch schon desöfteren durch den Kopf gespukt wären. Ich zolle jedem Respekt, der das tut, ist schon ein großer Schritt, aber sicher nicht immer falsch. Manchmal braucht man Zeit und durch gemachte Fehler einen Tritt in den Allerwertesten, um das zu tun, was einem wirklich liegt. Und Punkt 4 klingt spannend und kommt bestimmt irgendwann, auf Reisen bin ich ganz gerne mal, nur bisher nicht allein.

    Wünsche dir noch einen wundervollen ganz gleich ob mit oder ohne Fehler 😉
    Ganz getreu dem Motto “nobody’s perfect” – aber fast jeder strebt danach.

    Viele liebe Grüße, Silke

    P.S.: Hast du meine Mail bekommen?

    1. Hallo Silke- ein toller letzter Satz … ‘Nobody is Perfect- aber fast jeder strebt danach’! Danke dafür… Und für die restlichen Gedanken natürlich auch ☺️
      Finde es total ok, nicht alle Ängste überwinden zu wollen. Sicherheit ist wichtig. Die Balance zwischen Sicherheit und Unzufriedenheit zu finden, is da wohl die wahre Kunst…
      Ich glaube übrigens, dass ich auch noch viele Fehler machen werde, wenn ich den richtigen gefunden habe! Schön, dass es bei dir und euch so gut ausgegangen ist 😉 Kuss L*
      P.s. Maile dir ganz bald zurück!

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