Wolke über den Wolken… -wie fühlt sich alleine reisen nach Irland an??

 

Irish Luck

Ihr lieben Wolkengucker!!

Wenn ich alleine reise, dann lerne ich mich immer so richtig kennen. Manchmal mag ich, wen ich da treffe. Und manchmal gehe ich mir ganz schön auf die Nerven.

Schon am Flughafen begrüßte ich freundlich -aber distanziert- die kleine Kontrollfreakin in mir. Nachdem wir uns gegenseitig panisch versicherten, das letzte Mal festen Boden unter den Füßen zu haben, bestiegen wir zusammen die Ryanair-Maschine.

An Bord ging es dann so richtig los.

Mißtrauisch nahm ich jeden Winkel unter die Lupe, analysierte die Mimik der Crew genaustens, stellte erleichtert fest, wie hübsch sie geschminkt und frisiert waren und korrigierte strebermäßig jeden Passagier in meinem Umfeld, der gegen die Flugordnung verstieß. (“Äh, sie müssen ihren Sitz ganz gerade machen” , “Entschuldigung, aber sie dürfen keine Musik während des Starts hören”…)

Als wir die Reiseflughöhe erreicht hatten, schlief ich schließlich erschöpft ein. Zwei Stunden später wachte ich auf und war seltsamerweise doch nicht tot. Nein, ich war in Dublin.

Schockiert stellte ich fest, dass dort alle Menschen Geisterfahrer sind. Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, dass lernen muss, über die Straße zu gehen. Verwirrt stieg ich an der falschen Haltestelle aus.

Nachdem Austin, mein neuer, irischer Mitbewohner, mich schließlich in einem irischen Nirgendwo (ohne Internetverbindung!!) einsammelte, wurde unser Verhältnis dann doch noch ziemlich gut. Schon am ersten Abend gab er mir einheimische Insidertipps, die besten Pub-Empfehlungen und einen Vorgeschmack über die Lässigkeit der Iren.

Und was soll ich sagen!?

Manchmal liebt ein Herz etwas, bevor die Augen es je gesehen haben.

So ging es mir mit Irland. Mein Herz sah saftige Wiesen, gefühlt eine Milliarde Schafe, Filmsets von “P.s. Ich liebe Dich” und “Braveheart”, schlief Mittags unter einem Baum im St. Stephen’s Green Park, trank Guinness im O’Donaghoue’s Pub und flitzte in einem kleinen Bus zu keltischer Musik durch die Wicklow Mountains.

Irgendwann hielten wir an einem See. Und damit auch an meinem Lieblingsmoment.

Ich stieg aus und hörte die lauteste Stille, die ich seit langem gehört hatte. Eine Stille, die man nur in der wahren Natur findet. In einer, die der Mensch noch nicht verpfuscht hat. Stille, die entsteht, wenn der Himmel die Erde küsst.

Wir neurotischen Großstädter entfernen uns oft von dieser Natur. Und dadurch auch ein Stück von uns selbst.

Die friedliche Stille floß sofort in mein Herz. Zusammen mit einem Glauben, den ich die letzten Jahre fast vergessen hatte. Der Glaube, dass die Welt wunderschön ist. Dass es sich lohnt, sie zu entdecken. Und all die seltsamen Menschen darin, zu ignorieren.

Hier fünf weitere Glaubenssätze, die ich über mein irisches Reise-Ich gelernt habe->

 

Lilia’s Checkliste “Wolke’s irisches Allerlei”:

1. Ich LIEBE Ahornsirup (…über irischen Pancakes und Pilzen) !

2. Ich bin ein Spachchamäleon und imitiere schlechte, englische Dialekte, die es gar nicht gibt (peinlich) !Irish Money

3. Ich bin eine Katzenflüsterin (auch außerhalb Irlands) !

4. Ich kaufe schlecht bedruckte T-Shirts, laminierte Kleeblätter und Portemonnaies in Souvenirshops (siehe Bildchen) !

5. Ich mag nicht fliegen, wenn niemand dabei meine Hand hält (trauriger Smiley) !

 

Schon vor Jahren habe ich deshalb für Turbulenzen an Bord eine Methode entwickelt. Ich nenne sie: Fluchtschlaf.

Sobald die Maschine anfängt zu wackeln, fällt mein Kopf zur Seite und ich nicke innerhalb von Sekunden ein. Ich bilde mir ein, dem Tod damit ein riesiges Schnippchen zu schlagen.

Fluchtschlaf eignet sich sehr gut für fortgeschrittene Tagträumer. Patent beantragt 😉

 

Irland ist sexy & fühlen macht frei,

Eure L*

 

 May the road rise to meet you – May the wind be always at your back

An Irish Blessing

Lilia Wolke

Lilia Wolke ist eigentlich ganz schön seriös & hat jahrelang als gelernte Arzthelferin und studierte Diplom Medizinökonomin im öffentlichen Dienst von Gesundheitseinrichtungen gearbeitet. Dann wurde Lilia 30 und unglücklich. Sie ertrug ihr leeres Leben nicht mehr. Also beschloss sie ihre Sicherheiten aufzugeben, löste ihren Bausparer auf und zog nach Berlin. Sie schrieb ein Buch über ihre Auszeit und träumt davon, es eines Tages gedruckt in ihren Händen zu halten. Vor Kurzem wurde Wolke dann tatsächlich an der Berliner Journalistenschule angenommen und arbeitet gerade fleißig daran, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Lilia lebt jetzt seit zwei Jahren als Journalismusstudentin in Berlin, frei nach ihrem Motto: Ich bin verrückt - und das ist auch gut so !!

21 opinions on “Wolke über den Wolken… -wie fühlt sich alleine reisen nach Irland an??”

    1. Bin wieder daaaa 🙂 Ich war in Dublin, und drumherum in den Wicklow- Glendalough-Gebieten! Habe so richtig Lust auf mehr Insel erkunden bekommen…! Wo warst du damals überall?? Schicke dir noch frische Irlandenergie ;*

      1. Ohja, dann komm ich mit! War in Dublin, Galway, den Burrens und bei den Cliffs of Moher. Und will unbedingt noch die Küste oben erkunden! Schön das du wieder gut behalten und angefüllt mit ganz viel Seeluft im Herzen zurück bist!

    1. Hahaaa Fruchtschale ist herrlich!! …vielleicht ist Fruchtschale und Fluchtschlaf sogar die bessere Kombi!? 😉 Witzig, dass du die selbe Methode hast! Oder hattest?! Küsschen (wieder) aus Berlin!!

  1. Hey Lilia,

    finde es echt mutig und beneide dich um deine Irlanderfahrung. Da möchte ich auch gerne hin, hoffentlich erfüllt sich auch mein Traum in naher Zukunft. Drücke dir die Daumen, dass du auf deiner nächsten Reise jemanden zum Händchen halten beim Fliegen hast. Habe glücklicherweise keine Flugangst, doch so manches Luftloch oder unruhige Flugphase lässt mein Herz schneller schlagen. Kann aber auch recht gut im Flugzeug (oder in der Bahn/ dem Auto) schlafen, hilft dem “Schisshasen” in mir ungemein. Das mit der Stille kann ich sehr gut verstehen, die hat man im Alltag nur sehr selten. Ich habe sie kurz hinger der deutsch-/holländischen Grenze in den Maasduinen erlebt, dort gibt eine Seenlandschaft die scheint vom üblichen Trubel wie abgeschnitten zu sein. Einfach traumhaft, wenn dort nicht so viele Mücken/Insekten im Sommer wären 😉

    Ganz viele liebe Grüße und bis bald, Silke

    1. Silke!!! Wie schön, von dir zu lesen!!

      Jaaa, Irland war wirklich toll- und ich wünsche dir so sehr, dass du die Erfahrung auch irgendwann machst!!
      Die Maasduinen klingen allerdings auch wunderschön- und dank deiner Beschreibung, kann ich mir die friedliche Stille dort bildhaft vorstellen ☺️

      Super, dass dich auch nichts so schnell vom schlafen abhält… 😉 Kuss und bis ganz bald L*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.