Augen zu und Herz auf – wie fühlt sich Mitgefühl an ??

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Ihr lieben Wolkengucker!!

Ich gehöre zu den Menschen, die eher selten Nachrichten schauen. Nicht, weil mich die Welt nicht interessiert. Nein, viel mehr, weil sie mir weh tut.

Als ich ein Kind war, habe ich immer davon geträumt, eine Rede zu halten, die auf der Stelle alle bösen Menschen zu guten Menschen werden lässt. Die Fieslinge waren so gerührt, dass sie anfingen zu weinen. Und die Tränen spülten auf der Stelle all das Böse aus ihren Herzen.

Nun, mit über 30 und mittel erwachsen, sieht die Realität ganz anders aus. Böse Menschen werden nicht einfach zu guten. Und tatsächlich bin oft ich diejenige, die weint.

In den letzten zwei Wochen zum Beispiel sehr häufig.

Ich wohne circa 100 Meter vom LaGeSo entfernt. Sehe auf dem Weg zur Arbeit Menschen auf Matratzen in Parks und vor Behörden schlafen, werde in Cafés von verwirrten Syrern vor sinnfreien Behördenstapeln angesprochen und schlafe seit Wochen keine Nacht mehr durch, weil Polizei- und Krankenwagensirenen gefühlte tausendmal die Stille brechen.

Ja, es herrscht gerade Ausnahmezustand in Moabit. Und ich hätte niemals gedacht, dass das Land meiner Wurzeln noch weiter auseinander brechen könnte. Und mein Herz gleich dazu.

Ich spüre jeden Tag den Trauerkloß in meinem Hals, schlucke ihn herunter, die Tränen gleich mit und bin stolz auf meine Stadt. Auf Menschen, die sich seit Wochen selbst organisieren und den Staat ersetzen. Die Sätze sagen, wie: “Wenn es sein muss, komm ich den Rest meines Lebens jeden Tag, bis der letzte Mensch untergebracht ist.” Menschen, die arabische Tanzgruppen vor deutschen Behörden gründen. Einfach, um die Wartezeit zu überbrücken. Und, um das Leben zu feiern.

Und ja, ich fühle, es ist der Sturm vor der Ruhe.

Die Ruhe, die in unseren Herzen einkehrt, wenn wir Leistungen durch Mitgefühl ersetzen.

Hier fünf Updates für meinen Alltag und ein ruhiges Herz ->

 


 

Lilia’s Checkliste “Augen zu Herz auf”:IMG_0088

1. Ich möchte (noch) weniger Nachrichten -> und mehr in mein Umfeld schauen !

2. Ich möchte regelmäßig meinen Kleiderschrank ausmisten -> und ein wenig sachspenden !

3. Ich möchte endlich Ehrenamtliche bei Neue Nachbarschaft werden-> und ein wenig zeitspenden !

4. Ich möchte ein Teil von #bloggerfuerfluechtlinge werden !

5. Ich möchte Euch diesen Blog ans Herz legen -> wenn ihr helfen möchtet und nicht genau wisst, wie !


 

Und ja, ich gebe zu: Ich werde meine Augen weiterhin vor einigen Nachrichten dieser Welt verschließen.

Das heißt aber nicht, dass ich mit meinem Herzen das Selbe tue.

 

Mitfühlen ist sexy & fühlen macht frei,

Eure L*

 

Bitte hör nicht auf zu träumen – von einer besseren Welt.
Fangen wir an aufzuräumen – bau sie auf wie sie dir gefällt

Xavier Naidoo (Bitte hör nicht auf zu träumen)

 

P.S. Ihr hoffe, meine Kommentarfunktion ist endlich repariert… 🙂 Danke Silke ❤

2 opinions on “Augen zu und Herz auf – wie fühlt sich Mitgefühl an ??”

  1. Hallo Lilia,

    das riesige Herz hat mich wirklich sehr gefreut, helfe doch immer gerne. Freue mich ja auch über jeden Kommentar, daher helfe ich auch gerne anderen weiter, wenn ich feststelle, dass da was nicht so klappt.

    Zum Thema Flüchtlinge halte ich mich kurz, da ich geteilter Meinung bin und die nicht in Gänze teilen möchte. Zusammenfassend kann ich das Leid der Menschen sehr gut verstehen und Hilfe ist da selbstverständlich. Mich stört nur, dass es vom Staat nicht ordentlich geregelt ist, wie es mit den Menschen weiter geht und unsere Türen nicht nur für diejenigen offen stehen, die in ihrer Heimat um Leib und Leben fürchten, sondern auch der Wohlstand hier sehr verlockend ist. Da muss es klare Regeln geben, denn das Thema Migration ist ja längst nicht geklärt und wird aktuell sicher nicht einfacher. Dank deines Linktipps, wie man helfen kann, werde ich mir überlegen, wie ich mich beteiligen kann.

    Kann gut verstehen, dass dich die Situation ganz anders trifft, weil es auch um deine Familie geht. Fühl dich gedrückt.

    Viele liebe Grüße, Silke

    1. Hallo Silke!!

      Vielen lieben Dank für deine lieben Worte!! …und deine Hilfe 😉

      Ich finde es wirklich ein sehr, sehr schwieriges Thema und kann verstehen, wenn Du geteilter Meinung bist. Mir geht es ehrlich gesagt ähnlich, und ich teile deine Meinung, dass es mehr Transparenz geben muss.
      Obwohl ich persönlich betroffen bin, fühle ich mich gerade in Berlin sehr unsicher, weil die Überforderung so spürbar ist. Letzte Woche wurde zum Beispiel mein Auto einfach von der Polizei entwendet und ward nicht mehr auffindbar. Begründung: Nazi- Demo! (Post dazu folgt…)

      Das Problem ist, dass viel zu lange die Augen zugemacht wurden und wie immer, herrscht dann erstmal Chaos. Aber wenn es dazu führt, dass Menschen jetzt aufstehen und ihr Mitgefühl neu entdecken (wie gerade auch der Fall), dann ist das ein schöner Nebeneffekt von diesem sinnlosen Krieg!

      Fühl dich fest zurück gedrückt! Kuss L*

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