Herz über Bord- wie fühlt sich Sicherheit an ??

 

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Ihr lieben Wolkengucker!!

 

In Berlin zu leben ist nicht nur ein Abenteuer. Manchmal ist es auch eine echte Herausforderung.

Letzte Woche zum Beispiel wurde mein kleines Auto in dieser großen Stadt einfach flügge. Drei Tage stellte ich die halbe Stadt auf den Kopf, hatte eine Standleitung mit der Polizei und auf der Wache fast eine eigene Kaffeetasse. Gerade als ich mich unter Tränen von meinem kleinen Aygo und jeder 90er-CD darin verabschiedet hatte, ihn schweren Herzens bei der Versicherung als gestohlen meldete, da klingelte mein Handy.

“Kriminalpolizei Berlin. Wir haben ihr Auto gefunden. Der Fahrer hat sich mit der Adresse vertan.”

Sprachlos und völlig fertig von den letzten drei Tagen legte ich auf, zog mich an und ging in die Siemensstraße. Und da stand es. Mein kleines Auto. Viel glänzender und schöner, als ich es in Erinnerung hatte. Es hatte wenig Schaden genommen; nur einige Macken am Hinterrad. Und unter dem Scheibenwischer klebte ein saftiger Denkzettel.

Darauf: Tausend Gedanken, in denen ich mich verzettelte.

Am Ende wurden all die Gedanken zu einem Gefühl. Und dieses Gefühl zu einem Wunsch. Ein Wunsch, den ich so noch nicht kannte. Klar und deutlich sagte mein Herz: Ich brauche mehr Sicherheit !

Die letzten Jahren liebte ich die Gefahr und die Suche nach Freiheit. Liebte insgeheim den Stress der Neuanfänge, die Unverbindlichkeit meiner vielen Umzüge und den Schmerz unberechenbarer Männer. Ich ließ meinen Hummeln freien Lauf. Fühlte mich lebendig, wenn sie lauter summten als mein Herz.

Ja, mein Herz und ich hatten ein unbefristetes Ticket für die Titanic. Es war schön und aufregend, immer wieder Schiffbruch zu erleiden. Aber jetzt schauen wir uns die Anker genau an, bevor wir auf große Fahrt gehen.

Früher hätte ich mich dafür ausgelacht. Jetzt tue ich alles, dass wir nicht nochmal ertrinken.

Denn irgendwann ging mein Herz über Bord. So, wie viele andere auch.

Einige von uns dümpeln gerade im sicheren Hafen vor sich hin. Andere sind noch da draußen und schwanken bedrohlich auf offener See. Aber wir alle brauchen Anker, die verhindern, dass wir nicht zu weit von uns wegtreiben.

Hier fünf Anker, die ich für mein Herz gefunden habe ->

 


Lilia’s Checkliste “Anker werfen”:einhochzeitsblog-icon-anker2

 

1. Mein Traum -> irgendwann vom Schreiben leben zu können !

2. Mein Humor -> scherzen hilft gegen Schmerzen !

3. Meine handvoll Freunde -> die ich schon jahrelang kenne !

4. Meine Inseln in der Natur -> und fühlen, wie schön die Welt ist !

5. Mein loslassen können -> wenn mir etwas nicht gut tut !

 


 

 

Und ja, Abenteuer sind wichtig und halten unsere Herzen lebendig. Aber es lohnt sich, nach unseren Ankern im Leben zu suchen. An Steuer- und Backbord nach den guten Ausschau zu halten.

Die, die unser Herz nicht in ungeahnte Tiefen ziehen.

Die, die es festhalten und gleichzeitig treiben lassen.

 

Sicherheit ist sexy & fühlen macht frei,

Eure L*

 

Gib mir ‘n kleines bisschen Sicherheit –
in einer Welt, in der nichts sicher scheint.

Silbermond (Irgendwas bleibt)

4 opinions on “Herz über Bord- wie fühlt sich Sicherheit an ??”

  1. Liebe Lilia,

    wie passend – fühle mich auch gerade etwas Uferlos.
    Meine Anker:
    1. Anka 🙂 meine Tante und beste Freundin
    2. meine Wohnung – mein Zufluchtsort der Ruhe und Besinnung
    3. mein Bett – der Ort für das Land der Träume
    4. Gespräche – zur Orientierung und Sortierung
    5. Liebe – alles in Leben hat einen Sinn

    Liebste Grüße, Belinda

    1. Das hast du schön gesagt / geschrieben, Belinda ❤️ vielen Dank fürs Anker mit mir teilen! Ich fühle mich auch noch nicht angekommen – umso wichtiger, dass wir trotzdem Anker werfen können ☺️ Wann kommst du mal wieder vorbei? Kuss L*

  2. Hallo Lilia,

    ohja Anker sind so wichtig im Leben, aber du hast recht, es gibt nicht allzu viele verlässliche. Bei mir ist es auf jeden Fall der Liebste, meine beste Freundin, die Familie, das gemütliche Zuhause und die Musik, je nach Stimmung heitert sie mich auf, trägt mich, lässt mich wild zappeln oder befreit meine oft unterdrückten Emotionen. Ich finde so ein Anker ist nicht nur in schweren Zeiten hilfreich, sondern auch wenn es einem gut geht. Um im Bild zu bleiben: mit wem sollte man vom Boot aus den schönen Sonneruntergang teilen? Zwar ist Leid nur halb so schwer, wenn man es teilt, doch Glück und Freude ist (mehr als) doppelt so schön. Ich bin mir nicht sicher, ob es am Alter Ü30 liegt, dass ich einen schönen Abend mit lieben Menschen mehr zu schätzen weiß als Party, Abenteuer oder Materielles. Zeitgleich war Abenteuer in meinem bisherigen Leben nicht so stark vertreten, was ich hin und wieder versuche “nachzuholen” durch Besuche im Hochseilgarten (Respekt vor der Höhe) oder spontane Aktivitäten (bin sonst eher der Planer). Vielleicht will ich mich noch lebendiger fühlen damit, nachdem Risiko bisher eher überschaubar war. Also komplett anders gelagert als bei dir.

    Die Aufregung mit dem Auto kann ich nur zu gut nachvollziehen, wir hatten kürzlich Aufregung wegen der Geldbörse des Liebsten. Als wir sie schon verloren/gestohlen glaubten kam sie unverhofft zurück, zwar ohne Bargeld, aber mit allen Karten/Papieren. Das ist ja doch eine Erleichterung, weiß also wie es sich anfühlt.

    Viele liebe Grüße, Silke

    1. Liebe Silke- vielen Dank für deine ehrlichen Worte und den Sonnenuntergang 😉 Das Bild hat mich sehr gerührt, und ich bin ganz deiner Meinung!
      Als Single kann man ein ganz tolles und unbeschwertes Leben führen, aber ein zu Hause aufbauen – mit Sicherheit und Geborgenheit – das hat so seine Grenzen!

      Toll, dass du immer wieder kleine Abenteuer suchst! Da hat ja wirklich jeder ein anderes Bedürfnis! …ich habe mich auf jeden Fall erstmal ausgehummelt und vielleicht treffen wir uns ja bald auf der Mitte! Wer weiß !? 😉 Kuss L*

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