Kondome für Herzen – wie fühlt sich Freundlichkeit an??

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Ihr lieben Wolkengucker !!

Manchmal wünsche ich mir ein Kondom für mein Herz. Denn ich gehöre zu den Menschen, die sich schützen sollten, wenn sie lieben.

Deren Freundlichkeit oft ausgenutzt wird, weil ich meine Gutmütigkeit den Falschen hinterher werfe. Und in der Regel ist mein Herz dabei größer als mein Magen.

Der rumort dann immer, ist unruhig, schickt mir verzweifelt Zeichen, dass ich mein Vertrauen umsonst verschenke. Aber ich ignoriere ihn, immer und immer wieder und helfe freundlich weiter. In der Hoffnung, Menschen, die ich liebe, glücklich zu machen. Und von ihnen zurück geliebt zu werden.

Irgendwann stirbt die Hoffnung zuletzt. Und wenn sie es tut, dann tut es weh.

Es ist der Schmerz, der kommt, wenn Altes stirbt und Neues wächst.

In den letzten Jahren setzte ich all meine Hoffnung in Dinge, die nicht funktionierten. Hoffte Jahr um Jahr auf Frieden für meine Familie, hoffte, dass meine große Liebe zu mir zurückkommt, hoffte, dass mein Traum, Autorin zu werden, wahr wird.

Geblieben ist der Traum zu schreiben und eine große Portion Realismus. Denn mit der Hoffnung verhält es sich wie mit Freundlichkeit: Investierst du sie in die falschen Dinge, bleibst du mit gebrochenem Herzen zurück.

Also lernte ich Prioritäten zu setzen, erst zu hoffen, wenn ich schon alles gegeben hatte und darüber zu stehen, dass die meisten Menschen meine Freundlichkeit mit Schwäche verwechseln.

Dass sie mich naiv finden, weil sie die Ernsthaftigkeit meiner Taten nicht verstehen. Dass sie mich kindisch nennen, weil sie es mit emotional verwechseln. Dass sie meine Stärke für sich nutzen wollen, weil sie nicht erkennen, wie hart ich daran arbeite.

Es kostet Energie sich nicht von den falschen Werten ins Wanken zu bringen.

Und wenn ich mal wieder gefährlich schwanke, kurz vorm Kippen bin, dann schreit mein Herz mich an. Es ruft: Ignorier alle, die dich belächeln! Du und ich wissen, dass Freundlichkeit nichts anderes ist, als der Mut verletzlich zu sein.

Hier fünf Kondome, die freundliche Herzen schützen ->

 


Lilias Checkliste “Herzkondome”:IMG_0507

1. Hör auf Menschen zu romantisieren -> die Dich verletzen !

2. Seelenverwandten -> ist Deine Seele nicht egal !

3. Sag, was Dich verletzt -> und geh weiter !

4. Halte Dich nicht zu lange mit Schuld auf -> und lerne Deine Lektion !

5. Bei den richtigen Menschen -> fühlst Du Dich Zuhause !


Und dann am Ende, nach vielen hoffnungslosen Momenten, findest du sie.

Nach und nach treten Menschen in dein Leben, die dich wirklich sehen. Und du verstehst:

Verletzlichkeit ist der Weg zum Glück.

 

Herzkondome sind sexy & fühlen macht frei,

Eure L*

 

When the world seems so cruel-
And your heart makes you feel like a fool-
I promise you will see

Remedy (Adele)

 

6 opinions on “Kondome für Herzen – wie fühlt sich Freundlichkeit an??”

  1. Was eine Wortschöpfung – Herzkondome 🙂 ja viel verwechseln Nettigkeit mit Integrität. Nett sein ist nett, aber integer zu sein (lebens)wert und (lebens)wichtig. Denn dann wundert mann/frau sich auch nicht über das was das Leben einem spiegelt.

    1. Haha, ja oder?! Es heißt ja, man soll sich schützen beim Liebe machen 🙂
      Du hast total Recht, aber musste da erstmal reinwachsen- in dieses integer sein 😉
      Frauen sind ja so oft geprägt, es freundlich allen Recht zu machen und würde mir mehr Egoismus wünschen <3

  2. Es kostet tatsächlich ordentlich Energie, vor allem wenn deine Taten nicht denen der Allgemeinheit entsprechen. Wenn du anders denkst, dich anders und so für die Außenwelt “seltsam” oder “nicht normal” verhältst. Diesem Gegendruck zu widerstehen kostet viel Energie und ist schwere Last für Herz und Geist. Da wünscht man sich ganz Dicke Kondome :-).
    Freundlichkeit wird oft mit Schwäche gleichgesetzt, macht aber unterm Strich stärker, als all die blinden Mitläufer der Allgemeinheit.

    1. Hi Kai! Vielen Dank für Deinen Kommentar -der mich ordentlich hat schmunzeln lassen 🙂
      Ich teile Deine Meinung total und erlebe auch oft, dass man wie ein Kind behandelt wird, obwohl man nur Gefühle zeigt… Also, mehr dicke Kondome für alle und more safe love :))

  3. Hallo Lilia,

    nach einer längeren Blogpause komme ich jetzt dazu deine Posts der letzten Zeit zu lesen. Dieser hier hat es mir besonders angetan, denn ich bin auch zunächst sehr freundlich, wenn mir freundlich begegnet wird. Viele versuchen das dann auszunutzen, gerade im beruflichen Bereich und denken ich spiele da immer mit. Doch meine Freundlichkeit ist Teil meines Wesens und ich finde es wichtig, jedem Menschen die Chance zu geben, den Tag besser zu machen, wenn es nur mit einem Lächeln oder einer umsichtigen Geste ist. Es ist sowieso viel zu wenig Freude in der Welt, viele sind gestresst, nervös und dadurch oft auch launisch / unfreundlich, dass es noch nicht mal zu einem “Hallo” reicht, wenn man sich auf dem Büroflur begegnet. Neben meinem freundlichen und hilfsbereiten Wesen ist aber auch ein gewisser Egoismus bzw. eine Leidenschaft für Gerechtigkeit ein Motor, der mich antreibt, es nicht jedem Recht machen zu müssen. Ich gebe meine netten Seiten gerne, wenn ich dafür auch zumindest einen Gruß oder Dankbarkeit, wenn man geholfen hat, zurückbekommt. Ich möchte nicht verbittern, wie es leider viele in unserer Gesellschaft sind, vermutlich weil sie oft verletzt wurden oder dem Druck den das Umfeld einem auferlegt nicht gewachsen sind. Dennoch hat meine Nettigkeit gewisse Grenzen, bei denen einige überrascht sind, wenn ich sie dann auch bewusst setze. Doch inzwischen habe ich gelernt, darauf gar nicht weiter einzugehen und es als positive Rückmeldung zu sehen, dass ich auch meine Ecken und Kanten habe, die im Alltag gut und wichtig sind.

    Ich wünsche dir weiterhin alles Gute für die “sichere” Liebe.
    Viele Grüße, Silke

    1. Silke!!!!! Wie schön, dass Du wieder da bist- ich habe Dich vermisst (und oft an Dich gedacht)! <3
      Vielen Dank für Deine reflektierten Worte, in denen ich mich sehr wiederfinde!
      Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Unsicherheit (vielleicht sogar manchmal sich für sich selbst schämen) einer offenherzigen Freundlichkeit im Weg steht und musste in den letzten Jahren lernen, das nicht allzu negativ auf mich zu beziehen! Auch wenn ich gestehen muss, dass ich mich häufig über unfreundliche Menschen ärgere (gerade in Berlin ein Fass ohne Boden) 🙂
      Wie schön, dass Du (auch) den Mut zur Freundlichkeit hast- und ich wünsche uns, den nie zu verlieren!! Kuss L*

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