Blaue Wunder und back to the roots – wie fühlt sich Dresden an??

dresden

 

Ihr lieben Wolkengucker!!

Dieses Wochenende habe ich mein Blaues Wunder in Dresden erlebt und bin total beeindruckt von der Stadt eines Erich Kästners und Schillers Ode ‘An die Freude’.

Sie trägt ihren Titel als Stadt der ‘Kunst und Kultur’ zu Recht. An jeder Ecke gibt es Neues, Altes und neu Aufgebautes zu entdecken. Und für mich gab es zusätzlich eine kostenlose Reise zurück in die Vergangenheit. Zurück zu meinen syrischen Wurzeln.

Auf dem Weg zur Innenstadt fiel mir das orientalisch verzierte Schild des Japanischen Palais auf. “Das Dresdner Damaskuszimmer– Eintritt frei” stand darauf. Und ich konnte natürlich nicht anders als ihm folgen.

Ich ging ein paaHinterhofr Stufen hoch, öffnete eine schwere Tür und blickte direkt auf das beleuchtete Bild eines Damaszener Hinterhofs in lebensechter Größe. Es war beklemmend und faszinierend gleichzeitig. Und als ich dann in das Zimmer hinter dem Hof ging, konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten.

Ich stand vor dem Zimmer eines Altbaus aus Damaskus. Karl Ernst Osthaus, der Gründer des Folkwang-Museums Essen, brachte es 1899 nach Deutschland und schenkte es nach seinem Tod dem Dresdner Völkerkundemuseum. Dort wird es bis heute restauriert und noch bis Ende diesen Jahres im Japanischen Palais ausgestellt. Damaskuszimmer

Der Raum ist durchzogen von arabischen Schriftzügen eines Gedichtes, das von der Erlösung von Nöten und Sorgen handelt. Es wurde zwar von einem islamischen Theologen verfasst, enthält aber keine islamischen Glaubensinhalte, damit sich jeder Gast in dem Empfangsraum willkommen fühlt.

Für mich vereint das Zimmer dadurch zwei typische Werte der arabischen Kultur: Ihre Schrift als Kunstmittel und den Araber als weltbesten Gastgeber.

Ich liebe die arabischen Werte und finde es großartig, wenn Menschen darauf achten, dass ihr gegenüber sich wohlfühlt. Und als ich so in dem Raum stand überrollte mich die brennende Sehnsucht nach Damaskus. Und die Frage, die ich seit drei Jahren jeden morgen nach dem aufstehen verdränge: Werde ich jemals wieder in einem Damaskuszimmer sein? Und werde ich jemals wieder unbeschwert in irgendeinem Zimmer mit meiner Familie sein?

Denn das ist die Sache mit den Wurzeln: Sie bergen, wer wir sind. Und manchmal bergen sie auch unendlichen Schmerz. ‘Aber Schmerz verlangt danach gelebt zu werden’, wie wir seit Augustus Waters wissen. Also tue ich das. Aber mit einer guten Portion Verdrängung. Und manchmal auch Humor. Denn Wurzelbehandlungen sind schmerzhaft genug, da ist eine Betäubung hin und wieder erlaubt.

Hier fünf andere Wunder, die man in Dresden erleben kann ->


 

 

Lilias Checkliste “Kurztrip nach Dresden”:Nougat

 

  1. Über das Blaue Wunder fahren oder gehen- es ist beeindruckend!
  2. Das lustige Örtchen Blasewitz (kein Witz- es heißt wirklich so) besuchen!
  3. Im super Plattenladen in dem kleinen Örtchen dahinter (= Loschwitz) stöbern!
  4. Ein ‘hop-on-hop-off’-Ticket kaufen und einen Tag aus dem Bus ein- und aussteigen soviel du willst!
  5. UNBEDINGT das warme und flüssige Nougat im Schokoladenmuseum probieren- und zwar die große Portion!

 

Dann habe ich übrigens noch den Alarm ausgelöst. Ich wollte unbedingt meine Erstklässler- Lesekenntnisse testen und versuchte akribisch die arabische Schrift zu entziffern.

Dabei übersah ich leider das riesige ‘Bitte Abstand halten’- Schild und im gesamten Museum sprang auf einmal eine schrillend laute Alarmsirene an. Halb Syrer dürfen das, dachte ich mir- bin dann aber trotzdem schnell ab durch die Mitte.

Das ist noch so ein Nachteil am Singlesein: Man kann seine Fehler nie auf den anderen schieben.

 

Kurztrips sind sexy & fühlen macht frei,

Eure L*

 

 Es heißt die Kraft eines Baumes liegt in den Wurzeln- und Leben nicht zu lieben- hieß’ die Triebe zu stutzen!

Max Herre (Vida)

Lilia Wolke

Lilia Wolke ist eigentlich ganz schön seriös & hat jahrelang als gelernte Arzthelferin und studierte Diplom Medizinökonomin im öffentlichen Dienst von Gesundheitseinrichtungen gearbeitet. Dann wurde Lilia 30 und entdeckte ihre Lust am Schreiben. Also beschloss sie ihre Sicherheiten aufzugeben, löste ihren Bausparer auf und zog nach Berlin um dort ihr Glück mit Worten zu versuchen. Gerade hat sie ihr Buch über die Liebe fertig geschrieben und träumt tief in sich drin davon, es eines Tages in ihren Händen zu halten. ...aber Pssst <3

3 opinions on “Blaue Wunder und back to the roots – wie fühlt sich Dresden an??”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.